Bonifatiuswerk
Ein Engel für Dich
DIE TAUFE »WAS SPRICHT DAFÜR?
Oft wird gesagt: „Mein Kind soll sich später selber entscheiden, ob es getauft werden soll. Wir warten lieber ab.“
Ist die Taufe kleiner Kinder heute noch zeitgemäß?
Wir fragten Professor Albert Biesinger, Religionspädagoge an der Uni Tübingen und vielfacher Vater und Großvater, nach seiner Meinung.

"In der Säuglingstaufe spricht Gott dem Kind zu:
Du kommst von mir. Ich als Dein Schöpfer habe Dich in diese Welt geschickt. Du bist von mir behütet. Du bist wie alle Menschen mein Lieblingskind. Ich habe Deinen Namen in meine Hand geschrieben, mein bist Du.
Gerade weil ein Säugling noch nichts leisten kann, auch nicht selbst Gott vertrauen und ihm bewusst glauben kann, ist es eine berührende liturgische Handlung, einem so kleinen Kind diese große Zusage Gottes in der Taufliturgie zuzusprechen.
Dass die Kirche über eine lange Phase Erwachsene getauft hat hing auch damit zusammen, dass die Taufe gleichzeitig die Sündenvergebung war. Man konnte und kann die Taufe nur einmal im Leben empfangen und damit damals auch die Sündenvergebung. So kam es, dass viele sich erst am Ende des Lebens taufen ließen, weil sie dachten, dann nicht mehr viele Sünden zu tun.
Man sieht, dass die Begründungen je nachdem, welchen Gedanken man besonders stark macht und hervorhebt, wechseln können. Immer aber bleibt: in der Taufe wird von Gott her ausdrücklich gemacht, Du gehörst zu mir. Jesus Christus nimmt Dich hinein in sein Leben, in seinen Sinnhorizont, in sein Sterben und in seine Auferweckung. Du bist eingeschrieben in Jesus Christus, Deinen Erlöser über den Tod hinaus.
In der derzeitigen Gemeindepraxis taufe ich Menschen verschiedenen Lebensalters. Immer mehr Kinder werden auf dem Weg zur Erstkommunion getauft. Vereinzelt taufe ich Jugendliche und Erwachsene. Die Lebenssituationen sind so verschieden, so dass man die in der Taufe ausgedrückte Zuwendung Jesu Christi je nach Lebenssituation feiern kann."(Albert Biesinger)








